Wenn Eltern zum ersten Mal über Nachhilfe nachdenken, wurde zu Hause häufig schon einiges versucht.
Ein Elternteil übt abends am Küchentisch mit. Ein Geschwister erklärt eine Aufgabe noch einmal. Ein zusätzliches Übungsheft wird gekauft. Vor einer Prüfung wird besonders intensiv gelernt.
Und trotzdem verändert sich manchmal wenig. Oder das gemeinsame Üben wird zunehmend anstrengend, weil niemand mehr genau weiss: Fehlt tatsächlich das Verständnis? Ist eine Grundlage unsicher? Liegt es an der Lernmethode? Oder ist die Situation inzwischen einfach mit zu viel Frust verbunden?
Nachhilfe kann dann eine sinnvolle Unterstützung sein. Entscheidend ist aus unserer Sicht jedoch nicht, möglichst schnell möglichst viel zusätzlich zu üben. Entscheidend ist, herauszufinden, wo die Schwierigkeit tatsächlich liegt und welche Unterstützung das Kind benötigt.
Denn eine schlechte Note ist zunächst ein Ergebnis, keine Diagnose.
Dieser Artikel soll Eltern dabei helfen, einzuschätzen, wann Nachhilfe sinnvoll sein kann, woran man gute Lernbegleitung erkennt, welche Rolle Lernstrategien spielen und wie wir bei Brainorithmics mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
Der Moment, in dem Eltern über Nachhilfe nachdenken
Meistens gibt es einen konkreten Auslöser. Ein Zeugnis fällt schlechter aus als erwartet. Beim Elterngespräch wird eine Unsicherheit angesprochen. Eine wichtige Prüfung steht bevor. Oder die Hausaufgaben führen zu Hause immer häufiger zu Frust.
Der verständliche erste Gedanke lautet dann oft: Wir müssen mehr üben.
Manchmal ist genau das richtig. Aber nicht immer ist mehr die Lösung.
Manchmal braucht ein Kind zunächst eine andere Erklärung. Manchmal fehlt eine Grundlage aus einem früheren Thema. Manchmal wird viel gelernt, aber mit einer Lernstrategie, die wenig zum selbstständigen Abrufen beiträgt. Und manchmal versteht ein Kind den Stoff grundsätzlich, kann sein Wissen aber in einer Prüfungssituation nicht sicher einsetzen.
Deshalb beginnt gute Nachhilfe für uns mit einer Frage: Woran liegt es eigentlich?
Zuerst verstehen, wo die Schwierigkeit liegt
In unserer Arbeit begegnen uns unterschiedliche Ausgangssituationen. Sie können einzeln auftreten oder sich miteinander überschneiden.
Eine Wissenslücke
Ein Thema aus einem früheren Schuljahr sitzt nicht sicher, und neuer Stoff baut genau darauf auf. Besonders deutlich zeigt sich das häufig in Mathematik, weil viele Inhalte aufeinander aufbauen.
Wer beispielsweise mit dem Einmaleins noch sehr unsicher ist, kann später bei Brüchen, Division oder anderen Themen Schwierigkeiten bekommen, obwohl das aktuelle Thema grundsätzlich verstanden werden könnte.
Dann hilft es nicht unbedingt, einfach noch mehr Aufgaben aus dem aktuellen Kapitel zu rechnen. Manchmal ist es sinnvoller, einen Schritt zurückzugehen und genau die Grundlage zu festigen, die für den nächsten Schritt benötigt wird.
Das kann zunächst wie ein Umweg aussehen. Oft ist es aber genau der Weg, der weiteres Lernen wieder verständlicher macht.
Die Lernstrategie passt noch nicht
Manche Kinder investieren viel Zeit und sind trotzdem enttäuscht vom Ergebnis. Sie lesen einen Text mehrmals, markieren wichtige Stellen oder schauen ihre Unterlagen immer wieder an. Dadurch entsteht schnell das Gefühl: «Das kenne ich.»
Aber etwas wiederzuerkennen ist nicht dasselbe, wie es ohne Unterlagen erklären oder in einer neuen Aufgabe anwenden zu können.
Gerade für fleissige Schülerinnen und Schüler kann das frustrierend sein. Dann braucht es möglicherweise nicht mehr Lernzeit, sondern eine andere Art zu lernen.
Die Prüfungssituation
Zu Hause funktioniert eine Aufgabe, in der Prüfung plötzlich nicht mehr. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben.
Zeitdruck, Nervosität, ungewohnte Aufgabenstellungen oder fehlende Prüfungsstrategien können eine Rolle spielen. Gleichzeitig können auch fachliche Unsicherheiten erst unter Prüfungsbedingungen sichtbar werden.
Deshalb schauen wir nicht nur darauf, ob ein Kind den Stoff kennt, sondern auch darauf, wie sicher es ihn selbstständig anwenden kann. Zur Prüfungsvorbereitung kann deshalb auch gehören, unter realistischeren Bedingungen zu arbeiten und Strategien für den Umgang mit schwierigen Aufgaben zu entwickeln.
Konzentration und Arbeitsweise
Manchmal kennt ein Kind den Lösungsweg, verliert aber während der Aufgabe den Faden. Eine Frage wird nur halb gelesen. Ein Vorzeichen wird übersehen. Ein Zwischenschritt fehlt. Eine Zahl wird falsch abgeschrieben.
Dann muss nicht unbedingt mehr Stoff erklärt werden. Hilfreicher kann es sein, an der Arbeitsweise zu arbeiten: Wie lese ich eine Aufgabe genau? Welche Zwischenschritte sollte ich aufschreiben? Wie kontrolliere ich mein Ergebnis?
Auch solche Strategien kann man lernen und trainieren.
Das Sprachverständnis
Manchmal liegt die Schwierigkeit nicht allein im Fachwissen, sondern im Verständnis der Aufgabenstellung. Das kann besonders bei komplex formulierten Textaufgaben oder Prüfungsfragen sichtbar werden.
Ein Kind versteht vielleicht die mathematische Idee, erkennt aber nicht genau, was in der Aufgabe verlangt wird. Das kann Kinder betreffen, die Deutsch noch lernen, aber ebenso Kinder, die grundsätzlich gut Deutsch sprechen und mit komplexen Aufgabenformulierungen Schwierigkeiten haben.
Deshalb interessiert uns bei Brainorithmics nicht nur: Ist die Antwort richtig oder falsch? Sondern auch: Wie ist das Kind zu dieser Antwort gekommen?
Der Denk- und Arbeitsweg kann wichtige Hinweise darauf geben, wo Unterstützung sinnvoll ansetzen kann.
Wann Nachhilfe nicht automatisch die richtige Lösung ist
Zu einer verantwortungsvollen Lernbegleitung gehört für uns auch, offen darüber zu sprechen, wann zusätzliche Fachlektionen möglicherweise nicht das passende Mittel sind.
Wenn der Wochenplan bereits sehr voll ist
Schule, Hausaufgaben, Sport, Musikschule, Freizeitaktivitäten und zusätzlich Nachhilfe. Mehr Termine bedeuten nicht automatisch mehr Lernerfolg.
Kinder brauchen auch Zeit für Erholung, Bewegung, Familie und freie Zeit. Manchmal sollte deshalb nicht nur gefragt werden: «Was können wir noch hinzufügen?», sondern auch: «Wo braucht das Kind vielleicht Entlastung?»
Wenn die Ursache möglicherweise ausserhalb des Schulstoffs liegt
Schulische Schwierigkeiten können unterschiedliche Ursachen haben. Belastende Situationen in der Schule oder zu Hause, Schlafmangel oder eine anhaltende Überforderung können sich auch auf Konzentration, Motivation und schulische Leistungen auswirken.
In solchen Situationen kann zusätzliche Nachhilfe allein möglicherweise nicht ausreichen. Je nach Ausgangslage kann ein Gespräch mit der Schule oder einer geeigneten Fachperson sinnvoll sein.
Wenn nur die Eltern ein Ziel sehen
Natürlich entscheiden Eltern mit, welche Unterstützung ihr Kind erhält. Trotzdem hilft es, wenn auch das Kind versteht, warum es zur Nachhilfe kommt.
Statt nur zu sagen: «Deine Note muss besser werden.», kann ein konkretes Ziel hilfreicher sein: «Ich möchte Textaufgaben endlich besser verstehen.» «Ich möchte bei einer Prüfung wissen, wie ich anfangen soll.» «Ich möchte meine Hausaufgaben selbstständiger lösen können.»
Ein solches Ziel ist für ein Kind greifbarer.
Wenn eigentlich Hausaufgabenbetreuung gesucht wird
Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung können sich überschneiden, haben aber nicht dasselbe Ziel. Wenn hauptsächlich jemand gesucht wird, der dafür sorgt, dass die täglichen Aufgaben erledigt werden, kann eine Aufgabenbetreuung das passendere Format sein.
Nachhilfe sollte darüber hinausgehen. Sie sollte dort ansetzen, wo Verständnis, Fachwissen, Lernstrategien oder selbstständiges Arbeiten Unterstützung benötigen.
Wenn eine fachliche Abklärung sinnvoll sein könnte
Bei anhaltenden oder deutlich ausgeprägten Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben, Rechnen, bei der Aufmerksamkeit oder in anderen Bereichen kann eine professionelle Abklärung sinnvoll sein.
Brainorithmics ersetzt keine medizinische, psychologische, schulpsychologische oder therapeutische Diagnostik und Therapie. Je nach Situation können wir Kinder ergänzend beim schulischen Lernen unterstützen.
Für uns gehört zu einer seriösen Beratung deshalb auch, offen zu sagen, wenn wir den Eindruck haben, dass ein anderes Angebot oder eine fachliche Abklärung sinnvoller sein könnte.
Woran Eltern gute Nachhilfe erkennen können
Der Nachhilfemarkt ist gross und viele Angebote klingen zunächst ähnlich. Einige Punkte können bei der Auswahl helfen.
Es wird zuerst verstanden und dann unterrichtet
Bevor ein sinnvoller Lernweg entstehen kann, sollte klarer werden: Was funktioniert bereits? Wo entstehen Schwierigkeiten? Wie arbeitet das Kind? Was ist das konkrete Ziel?
Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, woran gearbeitet werden sollte.
Es gibt ein konkretes Ziel
«Bessere Noten» ist ein verständlicher Wunsch. Als Lernziel ist es aber sehr allgemein. Konkreter wären beispielsweise:
- Brüche verstehen und sicher anwenden.
- Textaufgaben selbstständig strukturieren.
- Einen Aufsatz sinnvoll aufbauen.
- Vokabeln und Grammatik in eigenen Sätzen anwenden.
- Eine Prüfung strukturiert vorbereiten.
Je klarer das Ziel, desto besser lässt sich beobachten, welche Fortschritte gemacht werden.
Das Kind arbeitet selbst
Eine gute Erklärung ist wichtig. Aber Lernen entsteht nicht nur durch Zuhören. Das Kind muss selbst rechnen, schreiben, sprechen, erklären, ausprobieren, vergleichen und Fehler machen dürfen.
Die Lehrperson begleitet diesen Prozess, stellt Fragen, gibt Impulse und hilft dort weiter, wo Unterstützung notwendig ist.
Das Ziel ist nicht, möglichst viele Aufgaben für das Kind zu lösen. Das Ziel ist, dass das Kind zunehmend weiss, wie es selbst vorgehen kann.
Grundlagen werden nicht ignoriert
Die Hausaufgabe von morgen kann wichtig sein. Wenn darunter aber eine ältere Wissenslücke liegt, sollte diese nicht dauerhaft übergangen werden.
Gute Nachhilfe verbindet deshalb den aktuellen Schulstoff mit den Grundlagen, die dafür benötigt werden.
Rückmeldungen sind konkret
Eltern sollten nicht nur hören: «Es läuft gut.» Hilfreicher sind konkrete Informationen: Woran wurde gearbeitet? Was gelingt bereits sicherer? Wo besteht weiterhin Unsicherheit? Was ist der nächste Schritt?
Selbstständigkeit bleibt das Ziel
Einer der wichtigsten Punkte für uns: Nachhilfe sollte ein Kind nicht dauerhaft abhängig von Unterstützung machen. Das Ziel sollte sein, dass es zunehmend selbstständig arbeiten und mit Schwierigkeiten umgehen kann.
Aus «Ich kann das nur, wenn mir jemand hilft.» soll Schritt für Schritt werden: «Ich weiss, wie ich anfangen kann.» «Ich kann meinen Fehler suchen.» «Ich kenne eine Strategie, die mir helfen könnte.»
Gute Nachhilfe soll deshalb langfristig mehr Selbstständigkeit ermöglichen.
Die Beziehung zur Lehrperson passt
Ein Kind muss Fragen stellen können. Es muss einen Fehler zeigen dürfen. Und es sollte sagen können: «Das verstehe ich noch nicht.»
Dafür braucht es Vertrauen. Das bedeutet nicht, dass jede Nachhilfestunde immer Spass machen muss. Aber ein Kind sollte sich ernst genommen und sicher genug fühlen, um auch Unsicherheiten zeigen zu können.
Einzelnachhilfe oder Kleingruppe?
Beide Formate können sinnvoll sein. Welches besser passt, hängt vom Kind, vom Fach, vom Lernziel und von der jeweiligen Ausgangslage ab.
Einzelnachhilfe
Einzelunterricht kann besonders sinnvoll sein, wenn sehr gezielt an bestimmten Schwierigkeiten gearbeitet werden soll, eine intensive Prüfungsvorbereitung ansteht oder ein Kind viel individuelle Begleitung benötigt.
Tempo, Aufgaben und Erklärungen können dabei sehr genau an das einzelne Kind angepasst werden.
Kleingruppe
Eine Kleingruppe bietet andere Vorteile. Kinder können unterschiedliche Lösungswege kennenlernen, voneinander lernen und erleben, dass auch andere Fragen stellen und Fehler machen.
Das Erklären des eigenen Lösungswegs kann zusätzlich helfen, Gedanken zu ordnen und Verständnis zu vertiefen. Für manche Kinder ist ausserdem die soziale Komponente motivierend.
Bei Brainorithmics entscheiden wir deshalb nicht grundsätzlich, dass Einzelunterricht besser ist oder dass die Kleingruppe besser ist. Wir schauen, welches Format zum Kind und zum jeweiligen Ziel passt.
Unsere Nachhilfefächer
Wir unterstützen Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Schulfächern. Besonders häufig kommen Kinder und Jugendliche wegen Mathematik zu uns. Je nach Bedarf bieten wir aber auch Unterstützung in Deutsch, Englisch und weiteren Fächern an.
Mathematik
Mathematik ist das Fach, bei dem wir in der Nachhilfe am häufigsten unterstützen. Das überrascht wenig: Viele mathematische Themen bauen unmittelbar aufeinander auf. Eine Unsicherheit aus einem früheren Thema kann deshalb später immer wieder sichtbar werden.
Aus diesem Grund arbeiten wir nicht ausschliesslich am aktuellen Schulkapitel. Wenn notwendig, gehen wir zurück zu den Grundlagen, die für das aktuelle Thema gebraucht werden.
Je nach Schulstufe kann es beispielsweise um Grundrechenarten, Einmaleins, Brüche und Dezimalzahlen, Prozentrechnung, Geometrie, Algebra oder Textaufgaben gehen.
Besonders wichtig ist uns dabei, dass Kinder Rechenwege nicht nur auswendig anwenden. Sie sollen möglichst verstehen: Warum funktioniert dieser Weg? Welche Strategie kann ich verwenden? Gibt es einen anderen Lösungsweg? Woran erkenne ich, welche Methode zu einer Aufgabe passt?
Wenn ein Kind über die gezielte Nachhilfe hinaus Freude an Mathematik entwickelt und systematisch weiterarbeiten möchte, können auch unser Mathematikprogramm oder andere mathematische Angebote von Brainorithmics interessant sein.
Deutsch
In Deutsch kann die Unterstützung je nach Kind ganz unterschiedlich aussehen. Mögliche Themen sind beispielsweise Rechtschreibung, Grammatik, Leseverständnis, Schreiben oder Textaufbau.
Regeln können dabei wichtig sein. Entscheidend ist jedoch, dass ein Kind sie auch anwenden kann.
Beim Schreiben eines Aufsatzes beginnen wir deshalb beispielsweise nicht nur bei einzelnen Formulierungen. Zuerst braucht ein Text eine Idee und eine nachvollziehbare Struktur: Was möchte ich sagen? Wie ordne ich meine Gedanken? Was gehört in Einleitung, Hauptteil und Schluss?
Beim Leseverständnis geht es wiederum darum, Fragen genau zu lesen, relevante Informationen zu erkennen und Antworten nachvollziehbar zu begründen.
Englisch
Beim Englischlernen gehören Wortschatz, Grammatik, Lese- und Hörverständnis, Schreiben und mündliche Anwendung zusammen. Je nach Lernziel können unterschiedliche Bereiche im Vordergrund stehen.
Vokabeln lassen sich beispielsweise nicht nur als einzelne Wörter lernen, sondern auch in Sätzen und konkreten Zusammenhängen anwenden. Grammatik wiederum sollte nicht nur als Regel bekannt sein, sondern beim Schreiben und Sprechen eingesetzt werden können.
Welche Schwerpunkte sinnvoll sind, hängt davon ab, wo das Kind steht und welche Anforderungen aktuell in der Schule bestehen.
Weitere Fächer
Je nach Fach, Schulstufe, Fragestellung und verfügbaren Lehrpersonen kann auch Unterstützung in weiteren Schulfächern möglich sein. Am besten klären wir individuell, welche Unterstützung gesucht wird und ob wir dafür das passende Angebot haben.
Wie eine Nachhilfelektion bei Brainorithmics ablaufen kann
Zu Beginn schauen wir kurz zurück. Was ist seit der letzten Lektion passiert? Gab es eine Prüfung? Was hat gut funktioniert? Wo gab es Schwierigkeiten?
Danach folgt die eigentliche Arbeitsphase. Wenn ein neues Konzept erklärt werden muss, kann die Lehrperson zunächst einen Lösungsweg zeigen oder gemeinsam mit dem Kind erarbeiten. Danach arbeitet das Kind möglichst viel selbst.
Dabei interessiert uns nicht nur das Ergebnis. Wir möchten den Denkweg verstehen.
Wenn ein Fehler entsteht, muss deshalb nicht immer sofort die richtige Antwort genannt werden. Stattdessen können Fragen helfen: Bis wohin stimmt dein Weg? Was hast du an dieser Stelle gemacht? Welche Information aus der Aufgabe brauchen wir hier? Was könnte der nächste Schritt sein?
Dadurch soll das Kind lernen, den eigenen Lösungsweg zunehmend selbst zu überprüfen.
Am Ende kann eine kurze Zusammenfassung folgen: Was habe ich heute verstanden? Was kann ich jetzt besser als vorher? Was möchte ich noch üben?
Je nach Situation kann eine kleine und klar begrenzte Aufgabe für zu Hause sinnvoll sein.
Lernen lernen: Was über die Nachhilfe hinaus bleiben soll
Nachhilfe sollte nicht nur dabei helfen, den Stoff für die nächste Prüfung zu bewältigen. Ein Kind kann dabei auch Strategien kennenlernen, die es später selbstständig einsetzen kann.
Abrufen statt nur Nachlesen
Wer seine Unterlagen mehrmals liest, erlebt schnell das Gefühl: «Das kenne ich.»
Eine andere Möglichkeit ist, das Heft zu schliessen und zu versuchen, das Gelernte aus dem Gedächtnis wiederzugeben. Was weiss ich noch? Was kann ich erklären? Wo bin ich unsicher?
So wird schneller sichtbar, welche Inhalte bereits verfügbar sind und welche noch einmal angeschaut werden sollten.
Verteilt lernen
Statt den gesamten Stoff unmittelbar vor einer Prüfung in einer langen Einheit zu bearbeiten, können mehrere kürzere Lernphasen über mehrere Tage sinnvoll sein.
Das gibt dem Kind die Möglichkeit, Inhalte wiederholt abzurufen und erneut anzuwenden.
Unterschiedliche Aufgaben mischen
Viele gleichartige Aufgaben können helfen, einen neuen Rechenweg zunächst zu üben. Mit zunehmender Sicherheit sollte ein Kind aber auch unterschiedliche Aufgabentypen bearbeiten.
Denn in einer Prüfung steht häufig nicht über einer Aufgabe: «Benutze jetzt Methode A.» Das Kind muss selbst erkennen, welches Vorgehen passt.
Erklären
Eine gute Möglichkeit, das eigene Verständnis zu überprüfen, ist das Erklären. Kann das Kind jemand anderem verständlich beschreiben, wie eine Aufgabe funktioniert?
Beim Erklären merkt es häufig selbst, welche Schritte bereits klar sind und wo noch Unsicherheit besteht.
Prüfungsvorbereitung mit System
Bei einer bevorstehenden Prüfung kann ein strukturierter Ablauf helfen. Zuerst sollte geklärt werden: Was wird geprüft? Welche Themen gehören dazu? Welche Aufgabentypen können vorkommen? Was kann das Kind bereits sicher? Wo bestehen noch Unsicherheiten?
Anschliessend kann gezielt an den Bereichen gearbeitet werden, die tatsächlich Unterstützung benötigen. Später kann es sinnvoll sein, Aufgaben auch unter realistischeren Bedingungen zu bearbeiten, beispielsweise innerhalb einer begrenzten Zeit und ohne zusätzliche Hilfe.
Neben dem Fachwissen können auch einfache Prüfungsstrategien helfen:
- Aufgaben zunächst sorgfältig lesen.
- Mit Aufgaben beginnen, bei denen der Lösungsweg klar ist.
- Bei einer schwierigen Aufgabe nicht zu lange blockieren.
- Zeit im Blick behalten.
- Wenn möglich am Ende kontrollieren.
Solche Strategien ersetzen kein Fachwissen. Sie können aber helfen, vorhandenes Wissen in einer Prüfung strukturierter einzusetzen und vermeidbare Fehler zu reduzieren.
Wie lange dauert Nachhilfe?
Darauf gibt es keine seriöse allgemeine Antwort.
Eine klar begrenzte Wissenslücke ist etwas anderes als Unsicherheiten, die sich über mehrere Themen oder Schuljahre aufgebaut haben. Eine kurzfristige Prüfungsvorbereitung verfolgt wiederum ein anderes Ziel als der Aufbau besserer Lernstrategien oder mehr Selbstständigkeit. Auch Kinder lernen unterschiedlich schnell.
Deshalb möchten wir bei Brainorithmics keine bestimmte Anzahl von Lektionen versprechen, bevor wir das Kind und die Ausgangslage kennen.
Wir schauen zunächst: Wo steht das Kind? Was ist das konkrete Ziel? Welche Grundlagen sind vorhanden? Welche Form der Unterstützung erscheint sinnvoll?
Danach lässt sich besser einschätzen, wie die nächsten Schritte aussehen können. Und wenn wir der Meinung sind, dass Nachhilfe aktuell nicht das passende Angebot ist, möchten wir das ebenfalls offen kommunizieren.
Zusammenarbeit mit Eltern und Schule
Nachhilfe sollte nicht völlig losgelöst vom Schulalltag stattfinden. Hilfreich ist deshalb beispielsweise zu wissen, wann eine wichtige Prüfung ansteht, welche Themen aktuell behandelt werden oder wo die Lehrperson in der Schule Schwierigkeiten beobachtet.
Umgekehrt möchten wir Eltern verständlich rückmelden, woran gearbeitet wird und welche Entwicklungen wir sehen.
Dabei orientieren wir uns am schulischen Unterricht und an den Anforderungen, die für das Kind relevant sind. Wenn in der Schule ein bestimmter Rechenweg oder eine bestimmte Methode verwendet wird, berücksichtigen wir dies möglichst, damit keine unnötige Verwirrung entsteht. Zusätzlich können andere Lösungswege gezeigt werden, wenn sie dem Verständnis helfen.
Ein weiterer Punkt ist uns wichtig: Nachhilfe sollte den Familienalltag möglichst entlasten, nicht zusätzlich belasten. Wenn trotz Nachhilfe jeden Abend lange gelernt werden muss oder Hausaufgaben regelmässig zu Konflikten führen, lohnt es sich, gemeinsam genauer hinzuschauen.
Woran Eltern Fortschritte erkennen können
Natürlich sind schulische Ergebnisse wichtig. Aber Fortschritt kann bereits sichtbar werden, bevor er sich unmittelbar in einer Note zeigt.
- Ein Kind beginnt eine Aufgabe selbstständiger.
- Es kann genauer sagen, was es nicht versteht.
- Es entdeckt einen eigenen Fehler.
- Es verwendet eine Lernstrategie, die ihm hilft.
- Es erklärt einen Lösungsweg nachvollziehbarer.
- Es fragt nach, wenn etwas unklar ist.
- Es geht strukturierter an eine Prüfung heran.
- Es benötigt bei bestimmten Aufgaben weniger Unterstützung als zuvor.
Solche Veränderungen sind wichtige Hinweise darauf, dass sich Verständnis, Arbeitsweise oder Selbstständigkeit entwickeln. Ob und wann sich dies in einer bestimmten Note zeigt, lässt sich nicht versprechen.
Für uns ist deshalb nicht nur die nächste Prüfung wichtig. Langfristig geht es darum, dass ein Kind zunehmend besser versteht, wie es selbst lernen und mit Schwierigkeiten umgehen kann.
Nachhilfe in Aarau, Cham und online
Unsere Nachhilfe bieten wir an unseren Standorten in Aarau und Cham an. Je nach Fach, Alter und Ausgangslage kann auch Online-Unterricht eine Möglichkeit sein.
Ob Unterricht vor Ort, online, einzeln oder in einer Kleingruppe besser passt, lässt sich nicht allein am Alter festmachen. Entscheidend sind unter anderem das Lernziel, die Arbeitsweise des Kindes, das Fach und die Art der benötigten Unterstützung.
Unser Anspruch bleibt unabhängig vom Format derselbe: Nicht möglichst viel Stoff in möglichst kurzer Zeit durchzuarbeiten. Sondern gemeinsam herauszufinden, wo Unterstützung gebraucht wird, Zusammenhänge verständlich zu machen und das Kind Schritt für Schritt zu mehr Sicherheit und Selbstständigkeit zu führen.
Gute Nachhilfe soll langfristig selbstständiger machen
Vielleicht kommt ein Kind zur Nachhilfe und denkt: «Ich kann das nicht allein.»
Unser Ziel sollte nicht sein, dass es Monate später denkt: «Ich kann es nur, wenn meine Nachhilfelehrperson neben mir sitzt.»
Viel wichtiger ist eine andere Entwicklung: «Ich weiss, wie ich anfangen kann.» «Ich kann herausfinden, wo mein Fehler liegt.» «Ich kenne Strategien, die mir helfen.» «Und wenn ich etwas nicht verstehe, weiss ich, wie ich gezielt nachfragen kann.»
Genau deshalb bedeutet gute Nachhilfe für uns nicht einfach mehr Unterricht. Sie bedeutet, zuerst zu verstehen, wo ein Kind Unterstützung braucht, dort gezielt anzusetzen und gleichzeitig Fähigkeiten aufzubauen, die über die nächste Hausaufgabe oder Prüfung hinausgehen.
Denn am Ende ist eines der schönsten Ziele von Nachhilfe: dass immer weniger Nachhilfe nötig wird.
Welche Unterstützung passt zu Ihrem Kind?
Wenn Sie unsicher sind, ob Nachhilfe das richtige Angebot für Ihr Kind ist, sprechen Sie mit uns. Gemeinsam schauen wir, wo Ihr Kind aktuell steht, welches Ziel verfolgt wird und welche Unterstützung sinnvoll sein könnte.
Das kann Einzelnachhilfe sein. Es kann eine Kleingruppe sein. Bei Mathematik kann möglicherweise auch unser systematisch aufgebautes Mathematikprogramm oder ein anderes mathematisches Angebot besser passen. Und manchmal ist eine andere Form der Unterstützung sinnvoller als Nachhilfe.
Für uns geht es nicht darum, möglichst viele Lektionen zu empfehlen. Es geht darum, eine Unterstützung zu finden, die zum Kind, zum Lernziel und zur aktuellen Situation passt.
Häufige Fragen
Ab welcher Klasse ist Nachhilfe sinnvoll?
Nachhilfe kann bereits in der Primarschule sinnvoll sein. Wichtiger als die Klassenstufe ist jedoch die konkrete Situation. Wenn Unsicherheiten wiederholt auftreten, Grundlagen fehlen oder ein Kind zunehmend Mühe hat, dem Unterricht zu folgen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Gerade in Mathematik können sich Lücken mit der Zeit auf weitere Themen auswirken, weil viele Inhalte aufeinander aufbauen. Deshalb kann es sinnvoll sein, Schwierigkeiten frühzeitig zu klären, ohne jede vorübergehende Unsicherheit sofort zu einem Problem zu machen.
Mein Kind möchte keine Nachhilfe. Was können wir tun?
Nehmen Sie den Widerstand ernst. Manche Kinder verbinden Nachhilfe zunächst mit dem Gefühl, dass sie in einem Fach nicht gut genug seien oder dass etwas mit ihnen nicht stimme. Deshalb ist uns wichtig, Nachhilfe nicht als Strafe zu vermitteln, sondern als Unterstützung für ein konkretes Ziel. Eine erste Lektion kann zunächst dazu dienen, die Lehrperson und die Arbeitsweise kennenzulernen. Danach lässt sich gemeinsam besprechen, ob sich das Kind wohlfühlt und welche Form der Unterstützung sinnvoll sein könnte. Hilfreich ist ausserdem, ein Ziel zu wählen, das auch für das Kind selbst nachvollziehbar ist, beispielsweise Textaufgaben besser zu verstehen oder sich sicherer auf eine Prüfung vorbereiten zu können.
Was kostet Nachhilfe bei Brainorithmics?
Die Kosten hängen vom gewählten Format, Fach und Umfang der Unterstützung ab. Einzelnachhilfe und Kleingruppen unterscheiden sich beispielsweise in Aufbau und Preis. Schreiben Sie uns gerne die Klasse bzw. Schulstufe Ihres Kindes, das gewünschte Fach und kurz, wobei Unterstützung benötigt wird. Dann können wir Ihnen sagen, welches Angebot infrage kommt und welche Kosten damit verbunden sind.
Arbeiten Sie mit dem Lehrmittel aus der Schule?
Ja, wenn es für das Lernziel sinnvoll ist. Das Schulmaterial hilft uns zu verstehen, wie ein Thema im Unterricht aufgebaut wird und welche Anforderungen aktuell gestellt werden. Wir orientieren uns möglichst am schulischen Vorgehen, damit für das Kind keine unnötige Verwirrung durch unterschiedliche Methoden entsteht. Zusätzlich setzen wir bei Bedarf eigenes Material ein, beispielsweise wenn Grundlagen noch einmal aufgebaut, Zwischenschritte verständlicher gemacht oder bestimmte Aufgabentypen gezielt geübt werden sollen.
Findet die Nachhilfe auch online statt?
Je nach Fach, Alter, Lernziel und Arbeitsweise des Kindes kann auch Online-Nachhilfe eine gute Möglichkeit sein. Besonders für selbstständig arbeitende Schülerinnen und Schüler oder bei gezielter Prüfungsvorbereitung kann Unterricht über Video praktisch sein. Bei jüngeren Kindern oder wenn viel unmittelbare Begleitung benötigt wird, kann Unterricht vor Ort besser passen. Welche Variante sinnvoll ist, besprechen wir am besten individuell.
Können Sie auch während der Ferien unterstützen?
Je nach Verfügbarkeit ist Unterstützung auch während der Schulferien möglich. Ferien können eine gute Gelegenheit sein, Grundlagen in Ruhe anzuschauen oder bestimmte Themen zu festigen, weil nicht gleichzeitig täglich neuer Schulstoff dazukommt. Gleichzeitig sollen Ferien auch Erholung bleiben. Deshalb sollten Umfang und Ziel der Unterstützung zum Kind und zur jeweiligen Situation passen.
Wie oft sollte Nachhilfe stattfinden?
Das hängt vom Lernziel und von der Ausgangslage ab. Für viele Kinder kann ein regelmässiger wöchentlicher Rhythmus sinnvoll sein. Bei einer bevorstehenden Prüfung, einer klar begrenzten Fragestellung oder grösseren Wissenslücken kann vorübergehend auch ein anderer Rhythmus passen. Entscheidend ist für uns nicht, möglichst viele Lektionen einzuplanen. Zwischen den Lektionen sollte das Kind auch Gelegenheit haben, selbstständig zu arbeiten und die besprochenen Strategien im Schulalltag anzuwenden.
Bietet Brainorithmics nur Mathematik-Nachhilfe an?
Nein. Mathematik ist das Fach, in dem wir besonders häufig unterstützen. Je nach Bedarf bieten wir jedoch auch Nachhilfe in Deutsch, Englisch und weiteren Schulfächern an. Ob wir für ein bestimmtes Fach und eine bestimmte Schulstufe aktuell die passende Unterstützung anbieten können, klären wir gerne individuell.
Ist Einzelunterricht oder eine Kleingruppe besser?
Beide Formate können sinnvoll sein. Einzelunterricht ermöglicht eine sehr individuelle Begleitung und kann beispielsweise bei gezielten Wissenslücken oder einer intensiven Prüfungsvorbereitung geeignet sein. In einer Kleingruppe können Kinder zusätzlich voneinander lernen, unterschiedliche Lösungswege kennenlernen und gemeinsam arbeiten. Welche Form besser passt, hängt vom Kind, vom Fach und vom jeweiligen Lernziel ab.
Wo findet die Nachhilfe statt?
Unsere Nachhilfe findet an unseren Standorten in Aarau, Laurenzenvorstadt 77, und in Cham, Riedstrasse 3, statt. Je nach Fach, Alter und Lernziel kann zusätzlich Online-Unterricht möglich sein.


